Jochen Dehn "Snowflakes, Lead-pouring and Common Futures", 7 pm, July 22, 2018 by Kunstsaele

 Photos © KUNSTSÆLE Berlin / Olesia Vitiuk

Photos © KUNSTSÆLE Berlin / Olesia Vitiuk

A day before yesterday I was facing a window looking at the one I am falling in love with.
It was late and someone behind that window walked backwards and I imagined the whole world was, it was a waiter, folding the terrace tables, and why would anyone write songs about this, why would you turn back time (if time existed)?
 
 J.Dehn

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Jochen Dehn
Schneeflocken, Bleigiessen, gemeinsame Zukunft

Performance im Rahmen des Sommerfests, 19:00 - 20:30 Uhr


Als Gegenspieler zum Hyperkapitalisten Dagobert Duck verkörpert Walt Disneys Comicfigur Daniel Düsentrieb den realitätsfernen Typus des genialen, aber geschäftsuntüchtigen Wissenschaftlers, für den das Erfinden Selbstzweck und nicht Mittel auf dem Weg zu Macht und Reichtum ist. Jochen Dehn (*1967, DE) eignet sich die Rolle eines solchen Schöpfers widersinniger Neuerungen an und und nutzt sie für Kunst: Seine Performances und Installationen weisen bestehenden Objekten oder Tätigkeiten neue, praktisch wertlose Funktionen zu, oder sie setzen fantastische Ideen zum Spaß in die Tat um. Auf dem Abschlussfest gießt Dehn mit den Festbesuchern Blei und taucht ein in die unglaubliche visuelle Vielgestalt metallischer Moleküle.

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Jochen Dehn
Snowflakes, Lead-pouring and Common Futures

Performance for the Summer fête, 7–8:30 pm


As the antithesis of hyper-capitalist Dagobert Duck, Walt Disney’s comic book character Gyro Gearloose personifies the brilliant yet otherworldly and utterly non-business minded scientist for whom invention is an end in itself, not a means to an end along the road to power and wealth. Jochen Dehn (*1968, DE) takes on the role of one such creator of absurd artistic inventions. His performances and installations add new and practically worthless functions to existing objects and activities; they also put fanciful ideas into practice, just for the fun of it. For the summer fête Dehn will explore lead-pouring with our guests and neighbours and explore the elusive world of metallic molecules, enthralling his audience in the process.

 

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TERENCE KOH / 21.–22. Juli by Kunstsaele

 Foto: Koh Island, Courtesy of Terence Koh / @kohisland, 2018

Foto: Koh Island, Courtesy of Terence Koh / @kohisland, 2018

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 © KUNSTSÆLE Berlin / Olesia Vitiuk

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Terence Koh
The Age of the Mind
Samstag 14:00 – 16:00 Uhr / Sonntag, 14:00 – 17:00 Uhr

Rituale spielen für das friedliche Zusammenleben der Menschen seit jeher eine wichtige Rolle, egal ob sie sich spirituell / religiös, kulturell oder sozial begründen. Terence Koh (*1977, CN) nutzt die gemeinschaftsstiftende Kraft kultiger Inszenierungen und ergänzt in seinen Performances Traditionen wie die Imkerei mit idiosynkratischen Elementen seines unmittelbaren Umfelds. 
Für das Haus der Sinnsuche hat Koh einen Massage Salon eingerichtet, in dem er erschöpften Gästen kostenlos individuelle Behandlungen anbietet und sie in die Geheimnisse der Teezeremonie einweiht.

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Terence Koh
The Age of the Mind
Saturday, 2 – 4 pm / Sunday, 2 – 5 pm

Rituals have always played an important role in people’s peaceful coexistence, regardless of whether those rituals are founded on spiritual/religious, cultural or social mainstays. Terence Koh (*1977, CN) harnesses the community-building force of cult-like staged productions. In his performances he conflates traditions such as beekeeping with idiosyncratic elements from his immediate surroundings. 
For the Quest-for-Meaning Bureau Koh opens a massage parlour where he offers individual treatments such as head messages to exhausted visitors and initiates them into the secret world of tea ceremonies.

 

 

Dieses Projekt wird gefördert von der Botschaft von Kanada

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sommerfest / 22. Juli, 2018 by Kunstsaele

 Foto: Courtesy of Terence Koh / @kohisland

Foto: Courtesy of Terence Koh / @kohisland

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 Many thanks for celebrating with us! Here are our favourite moments! Photos © KUNSTSÆLE Berlin / Olesia Vitiuk

Many thanks for celebrating with us! Here are our favourite moments!
Photos © KUNSTSÆLE Berlin / Olesia Vitiuk

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Das Haus der Sinnsuche schließt Ende Juli seine Pforten. Aber anstatt zu trauern, wollen wir diesen Anlass nutzen, um mit Ihnen zu feiern! Gemeinsam mit der Initiative Offene Gesellschaft bringt das Sommerfest alle Beteiligten ein letztes Mal zusammen, um gemeinsam neue und bessere Antworten für das, was wahr und was gut ist, zu suchen. Bei Essen, Trinken und Performances bietet das Fest die letzte Gelegenheit zum Austausch und zur Planung neuer Vorhaben. 


Unser Programm

Terence Koh, The Age of the Mind
14:00 – 17:00 Uhr
Rituale spielen für das friedliche Zusammenleben der Menschen seit jeher eine wichtige Rolle, egal ob sie sich spirituell / religiös, kulturell oder sozial begründen. Terence Koh (*1977, CN) nutzt die gemeinschaftsstiftende Kraft kultiger Inszenierungen und ergänzt in seinen Performances Traditionen wie die Imkerei mit idiosynkratischen Elementen seines unmittelbaren Umfelds. Für die Finissage hat Koh einen Massage Salon eingerichtet, in dem er erschöpften Gästen kostenlos individuelle Behandlungen anbietet und sie in die Geheimnisse der Teezeremonie einweiht.

Kinderyoga
17:00 – 17:45 Uhr
Aus entspannten und an allen Gliedern beweglichen Kindern werden schnell gestresste Schüler, überforderte Teenager – und schließlich routinierte Erwachsene. Nutzen Sie die Chance, Ihre Zöglinge mit einer kostenlosen Schnupperstunde an die unersetzliche Körpertechnik heranzuführen und Ihre künftige gemeinsame Freizeitgestaltung  zu sichern!

Initiative Offene Gesellschaft, Speed Dating / Individual DJ Set
18:00 Uhr/ 20:00 Uhr
Brexit, Trump, Hass und Hetze – die Initiative Offene Gesellschaft gibt denen eine Bühne, die für Austausch, Vielfalt und Demokratie
in Aktion treten. Von der Zukunftsdebatte im Theater bis zum Picknick mit Fremden und Freunden am Tag der offenen Gesellschaft:
es gibt viele Wege, neu in Kontakt zu kommen, das Miteinander selbst zu gestalten. Zur Finissage bieten die Kollegen von der IOG zwei Formate an: Beim "Speed Dating" diskutieren zwei Gäste vor Publikum, die sich vorher nicht kannten, für 5 Minuten eine von den Veranstaltern vorgegebene soziale oder politische Frage. 
Das "Individual DJ Set" ermöglicht es allen Anwesenden, je einen Lieblingssong vorzuspielen und im Anschluss davon zu erzählen, warum die Musik für sie oder ihn eine persönliche Bedeutung trägt.

Jochen Dehn, Schneeflocken, Bleigiessen, gemeinsame Zukunft
19:00 Uhr
Als Gegenspieler zum Hyperkapitalisten Dagobert Duck verkörpert Walt Disneys Comicfigur Daniel Düsentrieb den realitätsfernen Typus des genialen, aber geschäftsuntüchtigen Wissenschaftlers, für den das Erfinden Selbstzweck und nicht Mittel auf dem Weg zu Macht und Reichtum ist. Jochen Dehn (*1967, DE) eignet sich die Rolle eines solchen Schöpfers widersinniger Neuerungen an und und nutzt sie für Kunst: Seine Performances und Installationen weisen bestehenden Objekten oder Tätigkeiten neue, praktisch wertlose Funktionen zu, oder sie setzen fantastische Ideen zum Spaß in die Tat um. Auf dem Abschlussfest gießt Dehn mit den Festbesuchern Blei und taucht ein in die unglaubliche visuelle Vielgestalt metallischer Moleküle.

Für die großzügige Unterstützung danken wir der Botschaft der Schweiz in Deutschland.
Mit freundlicher Unterstützung von Freimeisterkollektiv, SirPlus und SOLIDRINKS

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The Quest-for-Meaning Bureau is set to close at the end of July. And, rather than mourn this loss, we want to seize the opportunity to celebrate with you! Together with the Open Society Initiative [Initiative Offene Gesell-schaft] our summer fête will convene organisers, participants and visitors one final time to search for new and better answers to that which is true and good. With food, drinks and performances the fête will provide one last opportunity for us to exchange views with one another and plan new projects. 

Our programme

Terence Koh, The Age of the Mind
2 – 5 pm
Rituals have always played an important role in people’s peaceful coexistence, regardless of whether those rituals are founded on spiritual/religious, cultural or social mainstays. Terence Koh (*1977, CN) harnesses the community-building force of cult-like staged productions. In his performances he conflates traditions such as beekeeping with idiosyncratic elements from his immediate surroundings. For the Quest-for-Meaning Bureau, Koh opens a massage parlour where he offers individual treatments such as head messages to exhausted visitors and initiates them into the secret world of tea ceremonies.

Yoga for children
5 – 5.45 pm
Relaxed and active children quickly turn into stressed students, strained teenagers - and finally experienced adults. Take the chance to introduce your pupils to an indispensable body technique with a free trial lesson to ensure your personal free time!

Initiative Offene Gesellschaft, Speed Dating / Individual DJ Set
6 pm / 8 pm
Brexit, Trump, hatred and agitation – the Initiative Offene Gesellschaft [Open Society Initiative] offers a platform to those keen to take action in favour of exchange, diversity and democracy. From the debate about the future in the theatre to picnics with friends and friends-to-be on Open Society Day, there are lots of ways of making new contacts and organising togetherness. 
For the closing event the IOG offers two formats: In "Speed Dating", two guests who did not previously know one another discuss a social or political issue given by the organisers for five minutes in front of an audience.
The "Individual DJ Set" enables each person present to play one of their favourite songs and then to say why the music has a personal meaning for them.

Jochen Dehn, Snowflakes, lead-pouring and common futures
7 pm
As the antithesis of hyper-capitalist Dagobert Duck, Walt Disney’s comic book character Gyro Gearloose personifies the brilliant yet otherworldly and utterly non-business minded scientist for whom invention is an end in itself, not a means to an end along the road to power and wealth. Jochen Dehn (*1967, DE) takes on the role of one such creator of absurd artistic inventions. His performances and installations add new and practically worthless functions to existing objects and activities; they also put fanciful ideas into practice, just for the fun of it. For the summer fête Dehn will explore lead-pouring with our guests and neighbours and delve into the elusive world of metallic molecules, enthralling his audience in the process.

For the generous support we would like to thank the Embassy of Switzerland in Berlin.
With kind support of Freimeisterkollektiv, SirPlus and SOLIDRINKS

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Mehr Informationen unter / For further information: 
www.kunstsaele.de
www.facebook.com/KUNSTSAELE
 

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Sinnsuche Mit... HANNES LANGBEIN / 15. Juli, 2018 by Kunstsaele

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 Marc Bijl, Group Mechanism, 2006. Sammlung Arjen Visser Im Hintergrund: Deep Focus (Picture Mosaics / Peter Yang), Thanks, Obama, 2017/18. Courtesy Deep Focus (Picture Mosaics / Peter Yang / AUGUST), GIPHY, NowThis © Frank Sperling

Marc Bijl, Group Mechanism, 2006. Sammlung Arjen Visser
Im Hintergrund: Deep Focus (Picture Mosaics / Peter Yang), Thanks, Obama, 2017/18. Courtesy Deep Focus (Picture Mosaics / Peter Yang / AUGUST), GIPHY, NowThis
© Frank Sperling

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 © Florian Löffler

© Florian Löffler

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Sonntag, 15. Juli 2018, 11:00

Die Veranstaltungsreihe Sinnsuche mit ... lädt Kollegen angrenzender Fachbereiche zu einem gemeinsamen Ausstellungsrundgang ein, bei dem je andere Kriterien für ein gelingendes Leben auf die Eigenlogik der Kunstwerke treffen. Wir freuen uns auf sinnreiche Diskussionen!

Dipl. theol. Hannes Langbein,
Pfarrer und Direktor Stiftung St. Matthäus Berlin,
im Gespräch mit Ina Hollmann, Projektleiterin Haus der Sinnsuche.
Bei Bedarf auf Englisch


Für die christliche Religion spielen Bilder eine entscheidende Rolle, weil sie den unsichtbaren Mächten einen sichtbaren Ausdruck an die Seite stellen. Von der Vera Ikon, dem wahren Abbild Jesu, bis zur Kunst der Gegenwart scheint es ein langer Weg, aber unser Umgang mit Kunst beruht bis heute auf dem Glauben an die Kraft des Bildes. Als Pfarrer an der Evangelischen Kirche St. Matthäus in Berlin fördert Hannes Langbein den gesellschaftlichen Dialog zwischen Theologie und Kunst und veranschaulicht im Gespräch über konkrete Werke die Nähe beider Disziplinen.

Dipl. theol. Hannes Langbein studierte evangelische Theologie in Heidelberg, Zürich, Princeton und Berlin. Seit 2016 ist er Pfarrer an der evangelischen Kirche St. Matthäus in Berlin, wo er an einem gesellschaftlichen Dialog zwischen Kunst und Theologie forscht. Seit 2018 ist er Direktor der Stiftung St. Matthäus, Kulturstiftung der EKBO. Seit 2011 arbeitet er außerdem als Redakteur der ökumenischen Zeitschrift Kunst und Kirche.

Mit freundlicher Unterstützung von mymuesli

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Sunday, 15 July 2018, 11 am

The event series entitled Searching for meaning with… invites colleagues from related specialist fields to a joint tour of the exhibition where, in each case, different criteria for a successful life will encounter the inherent logic of the artworks themselves. We look forward to some meaningful discussions!

Hannes Langbein,
Director of the Foundation, pastor at the Protestant Church of St. Matthäus Berlin, 
in conversation with Ina Hollmann, project manager Haus der Sinnsuche.
In English, in case wished

Images play a crucial role in the Christian religion by lending a visible expression to invisible powers. It seems like a long journey from the Vera Icon, i.e. the true image of Jesus, to contemporary art and yet, to this day, the way we engage with art is still founded on our faith in the power of the image. In his dual ecclesiastical role Hannes Langbein promotes a social dialogue between theology and art and, in his talks on specific works, illustrates the close proximity that exists between both disciplines.

Hannes Langbein is the President of Artheon, the Society for Contemporary Art and the Church. He has been the editor of the magazine Kunst und Kirche since 2011.

With kind support of mymuesli

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Mehr Informationen unter / more information under: 
www.kunstsaele.de
www.facebook.com/KUNSTSAELE
http://www.st-matthias-berlin.de
http://www.kunstundkirche.com

sinnsuche mit… SUSANNE MICHL / 24. Juni, 2018 by Kunstsaele

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 Böhler & Orendt, Rast auf der Flucht vor der Auseinandersetzung mit der Abgefucktheit des Ist-Zustands 2, 2017/2018; Courtesy ELKB, Co-produziert von KUNSTSAELE Berlin © Frank Sperling   

Böhler & Orendt, Rast auf der Flucht vor der Auseinandersetzung mit der Abgefucktheit des Ist-Zustands 2, 2017/2018; Courtesy ELKB, Co-produziert von KUNSTSAELE Berlin
© Frank Sperling

 

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 Dokumentation © Ina Hollmann

Dokumentation © Ina Hollmann

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Sonntag, 24. Juni, 11:00


Die Veranstaltungsreihe Sinnsuche mit ... lädt Kollegen angrenzender Fachbereiche zu einem gemeinsamen Ausstellungsrundgang ein, bei dem je andere Kriterien für ein gelingendes Leben auf die Eigenlogik der Kunstwerke treffen. Wir freuen uns auf sinnreiche Diskussionen!


Jun.-Prof. Dr. Susanne Michl,
Professorin für Medizinethik und Medical Humanities Charité Berlin,
im Gespräch mit Olesia Vitiuk, Kuratorische Assistentin der Ausstellung.
Bei Bedarf auf Englisch.  

Die Narrative Medizin entstand in den 1990er Jahren in den USA als Gegengewicht zur sogenannten evidenzbasierten – also ausschließlich auf Fakten vertrauenden – Medizin und bemüht sich um eine gleichberechtigtere Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten. Susanne Michl nutzt deren Methoden, um Ärzte, Pflegende, Patienten und deren Familienangehörige an der Charité Berlin bei schwierigen Entscheidungen zu beraten. Als Mittlerin zwischen entgegengesetzten Denktraditionen bringt sie die naturwissenschaftliche Perspektive in die gemeinsame Diskussion der Ausstellung und ihrer Werke ein.

Prof. Dr. Susanne Michl unterrichtet an der Charité Berlin Medizinethik und berät Ärzte, Pflegende, Patienten und deren Familienangehörige in schwierigen Entscheidungssituationen. Ihre Spezialgebiete sind Narrative Medizin und Medical Humanities, Individualisierte/Personalisierte Behandlung sowie Medizin und Krieg.

Mit freundlicher Unterstützung von mymuesli

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Sunday, 24 June 2018, 11 am


The event series entitled Searching for meaning with… invites colleagues from related specialist fields to a joint tour of the exhibition where, in each case, different criteria for a successful life will encounter the inherent logic of the artworks themselves. We look forward to some meaningful discussions!


Susanne Michl,
Junior professor for medical ethics and medical humanities, Charité Berlin,
in conversation with Olesia Vitiuk, curatorial assistant.
In English, in case wished

Narrative medicine emerged in the United States in the 1990s as an approach designed to counterbalance so-called evidence-based medicine, i.e. a medicine reliant exclusively on facts. Its aim is to achieve a balance where doctors and patients communicate as equals. Susanne Michl uses its methodology to advise doctors, nurses, patients and their family members in situations where difficult decisions have to be taken. As a mediator between contrary traditions of thought she incorporates the scientific perspective into the joint discussion of the exhibition and its works.

Susanne Michl’s other specialties include individualised/personalised treatment, and medicine and war. In 2013 she became a member of the scientific staff at the Institute for the History, Philosophy, and Ethics of Medicine at the Johannes Gutenberg University Mainz.

With kind support of mymuesli

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Mehr Informationen unter / more information under: 
www.kunstsaele.de
www.facebook.com/KUNSTSAELE
https://medizingeschichte.charite.de/metas/person/person/address_detail/mendelsohn/

 

sinnsuche mit… Karl-Josef Pazzini / 27. Mai, 2018 by Kunstsaele

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  © Jos de Gruyter & Harald Thys, Der Schlamm von Branst (The Clay from Branst), 2008. Courtesy die Künstler und Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin

 © Jos de Gruyter & Harald Thys, Der Schlamm von Branst (The Clay from Branst), 2008.
Courtesy die Künstler und Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin

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 Dokumentation © Ina Hollmann

Dokumentation © Ina Hollmann

 

Sonntag, 27. Mai, 11:00

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Die Veranstaltungsreihe Sinnsuche mit ... lädt Kollegen angrenzender Fachbereiche zu einem gemeinsamen Ausstellungsrundgang ein, bei dem je andere Kriterien für ein gelingendes Leben auf die Eigenlogik der Kunstwerke treffen. Wir freuen uns auf sinnreiche Diskussionen!

Prof. Dr. Karl-Josef Pazzini, 
Psychoanalytiker in Berlin und Hamburg,
im Gespräch mit Ellen Blumenstein, Kuratorin der Ausstellung.
Bei Bedarf auf Englisch.  

Psychoanalyse wie Kunst befragen theoretisch und praktisch die Konstruktionen, aus denen sich unsere Wirklichkeit zusammensetzt und die uns selbstverständlich erscheinen. Karl-Josef Pazzini beschäftigt sich mit dem Funktionswandel der Pornografie für das individuelle Genießen. Mit der Lust an ungewöhnlichen Perspektiven diskutiert er mit den Besuchern Werke und Thesen der Ausstellung aus psychoanalytischer Sicht und berichtet vom Umgang mit dem fehlenden Sinn in der analytischen Praxis.  
Karl-Josef Pazzini war von 1993 bis 2014 Professor für Bildende Kunst und Bildungstheorie an der Universität Hamburg. Außerdem hatte Pazzini Lehraufträge in Zürich, Luzern, Wien, Luxemburg, Köln. Er ist Mitbegründer der Psychoanalytischen Bibliothek in Berlin. 

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Sunday, 27 May 2018, 11 am

The event series entitled Searching for meaning with… invites colleagues from related specialist fields to a joint tour of the exhibition where, in each case, different criteria for a successful life will encounter the inherent logic of the artworks themselves. We look forward to some meaningful discussions!  

Karl-Josef Pazzini,
Psychoanalyst in Berlin and Hamburg,
in conversation with Ellen Blumenstein, curator of the exhibition.
In English, in case wished

Psychoanalysis, like art, explores in theory and practice the constructs that make up our reality and which we take for granted. Karl-Josef Pazzini examines for instance the functional change of pornography in personalised pleasure. With his passion for unusual perspectives he engages with visitors in discussions of the works and theories on show at the exhibition from a psychoanalytical point of view and talks about the assault on too much outdated meaning in analytical practice. From 1993 to 2014 Karl-Josef Pazzini was professor of fine arts and the philosophy of education at the University of Hamburg. Pazzini has also lectured at Zurich, Lucerne, Vienna and Luxembourg. He is co-founder of the Psychoanalytische Bibliothek in Berlin.    

Mehr Informationen unter / more information under:  
www.kunstsaele.de
www.facebook.com/KUNSTSAELE
http://www.pazzini-psychoanalyse.de
https://www.facebook.com/karljosef.pazzini

Opening & Book Launch: Daniela Comani "1975 – Diario di strada" kuratiert von Miriam Schoofs by Kunstsaele

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 Daniela Comani,  1975  –  DIARIO DI STRADA , Installation views, KUNSTSAELE Berlin, 2017.                           © Courtesy the Artist. Photography: Sebastian Eggler

Daniela Comani, 1975 – DIARIO DI STRADA, Installation views, KUNSTSAELE Berlin, 2017.                           © Courtesy the Artist. Photography: Sebastian Eggler

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 © Daniela Comani & VG Bild-Kunst, Bonn

© Daniela Comani & VG Bild-Kunst, Bonn

Dienstag, 21. November, 19:00

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Sammeln, Ordnen und Auflisten sind Verfahrensweisen, welche Comani in den meisten ihrer Arbeiten anwendet, insbesondere in ihrer ins fiktiv Autobiographische verkehrten Geschichte des 20. Jahrhunderts ich war’s. tagebuch 1900–1999 (2002).

Dabei erweitert Comani das Prinzip minimalistischer Serialität und der bürokratischen „Aufzeichensysteme“ (Friedrich Kittler) durch eine ironische und diskursive Dimension.´

Indem sich Daniela Comani dazu entschließt, mit einem Taschenkalender aus dem Jahre 1975 ein Dokument aus ihrer Kindheit zum Ausgangspunkt und Bestandteil einer künstlerischen Arbeit zu machen, inkorporiert sie ein materielles Fundstück und Zeugnis kindlicher Pedanterie in die eigene konzeptuelle Praxis und zeigt dabei – freilich nicht ohne Ironie – gleichzeitig die Ähnlichkeiten konzeptueller Praktiken mit kulturell tief verwurzelten Verfahrensweisen auf, dessen Spuren sich bereits im kindlichen Zeitvertreib und Spiel finden.

Bei den Fotografien der Arbeit handelt es sich um Bilder unterschiedlicher Art und Herkunft – aus Warenkatalogen, Werbeanzeigen und dem Internet – , welche die Künstlerin dergestalt digital nachbearbeitet hat, dass sie eine homogene, nicht hierarchische Serie verschiedener Automarken ergeben. Das Auto ist dabei weit mehr als ein gesellschaftliches Statusmodell: Als Inbegriff des modernen Fortbewegungsmittel steht es für industrielle Massenproduktion und die Konsumgesellschaft ebenso wie für – zumindest nach damaligen Verständnis – für gesellschaftlichen Fortschritt und individuelle Freiheit.

Das Fundstück, der beschriebene Taschenkalender für das Jahr 1975 ist ein – zunächst autobiographisches – Erinnerungsstück. In Verbund mit der präsentierten Foto-Serie macht Comani daraus ein kulturhistorisches Zeitdokument und das Portrait einer Ära.

Miriam Schoofs, Berlin, 1. Oktober 2017

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Daniela Comani: 1975 – Diary of the Road (2017)

Collecting, arranging and listing are procedures that Comani utilizes in most of her works, especially in her fictitious autobiographical history of the 20th century ich war’s. tagebuch 1900–1999 (2002). In doing so, Comani expands the principle of minimalistic seriality and bureaucratic “recording systems“ (Friedrich Kittler) to ironic and discursive dimensions.

By choosing a pocket calendar from 1975 and making a document from her childhood the point of departure and component of her artistic work, Daniela Comani incorporates a material found object and a testimony of childish pedantry into her own conceptual practice. Thereby she simultaneously points out – indeed not without irony – the similarities between conceptual artistic approaches and cultural deeply rooted practices, whose traces can be already found in childish pastime and play.

The photographs of the work, deriving from different image types and origins – from product catalogues to advertisements to the internet –, are digitally reworked to such an extent that it results in a homogeneous, non-hierachical series of different car brands. At the same time the car is much more than a social status model: As the epitome of the modern means of transport it stands for industrial mass production, for the consumer society, as well as – at least according to the understanding of the time – for social progress and individual freedom.

The found object, the inscribed pocket calendar of the year 1975 is first of all an autobiographical memory. In conjunction with the presented series of photographs, Comani turns it into a cultural-historical document and the portrait of an era.

Miriam Schoofs, Berlin, Oktober 1, 2017

"PARADOXIEN DES ÖFFENTLICHEN – KOLLEKTIVE INTELLIGENZ – SPECTATORS SUPPRESSED – SOZIALE DESASTER – INDIVIDUELLE STÄRKEN: GREAT EXPECTATIONS, FAILED?" VORTRAG VON HANS-JÜRGEN HAFNER ÜBER ART & LANGUAGE by Kunstsaele

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Freitag , 17.11.2017,  19:00

(in deutscher Sprache, Eintritt frei, Dauer ca. 60 min)

Nicht zu Unrecht hat Alexander Alberro die (historische) Conceptual Art, am Beispiel der Akteure um den Kunsthändler und Entrepreneur Seth Siegelaub in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre, als regelrechten Veröffentlichungskomplex diskutiert und als gemeinsames Merkmal sehr unterschiedlicher, unter den Vorzeichen des Konzeptuellen stehender künstlerischer Arbeitsweisen deren politics of publicity ausgemacht. Welche Vorstellungen des Öffentlichen waren diesen aber hinterlegt? An welche Öffentlichkeit aber richteten sich Veröffentlichungspraktiken – etwa in Form von Annoncen, Handlungsanweisungen, Publikationen-als-Kunstwerk oder Ausstellung –, die das Verhältnis zwischen künstlerischem content und dessen display grundsätzlich neu aushandelten und damit völlig neue Potenziale für die Produktions- und Zirkulationsweisen von Kunst erschlossen?

Das von 1968 an in unterschiedlichen personellen Konstellationen und seit Ende der 1970er Jahre bis heute von Michael Baldwin und Mel Ramsden vertretene Projekt Art & Language nimmt in mancher Hinsicht eine Sonderstellung innerhalb der historischen Formation der Conceptual Art ein – die es nicht unbedingt leichter macht, sich diesem Projekt im Nachhinein zu nähern oder gar einen ‚Einstieg’ zu finden. Gerade wer vor der Kategorie des ‚Werks’ in der Kunst instinktiv zurückschreckt, hätte umso mehr Arbeit mit dem schieren Output von Art & Language: die Diversität der für das Projekt in Anspruch genommenen, teils ziemlich coolen, teils penetrant pedantischen Produktions- und Distributionsformen, seine diskursive und gleichwohl exklusive Struktur und die damit verbundene eigene Historisierung und Institutionalisierung. Vom in fünf Jahrzehnten geschwollenen Rezeptionsapparat, vom harten Akademismus bis in die Fankurve hinein ganz zu schweigen.

Trotzdem: Art & Language steht eben auch für den, aus heutiger Sicht vielleicht allzu heroischen, Versuch gegen den kulturell/institutionellen Status quo und im Wissen um die herrschenden Verhältnisse eine alternative Kunst – oder die Alternative als Kunst – zu ermöglichen. Das möchte vielleicht auch zum aktuell immer noch anhaltenden Gespräch über Disruption passen, ist aber vor allem eine eminent öffentliche Angelegenheit. Diese hat allerdings so ihre Tücken...

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Hans-Jürgen Hafner arbeitet als Kunstkritiker, Autor und Ausstellungmacher mit einem Faible speziell für solche Kunst, die sich – auf welche Weise auch immer – noch nicht genug damit ist, Kunst zu sein.

Er hat solistische Ausstellungen u. a. mit Henry Flynt, Josephine Pryde oder Dominik Sittig realisiert und thematische etwa mit Fokus auf die Beziehungen zwischen Kunst und Ökonomie oder die Potenziale kunsthistorischer und kuratorischer Erzählweisen gemacht. Zusammen mit dem Maler und Kunstkritiker Gunter Reski hat er, flankiert von mittlerweile zwei entsprechenden Ausstellungen in Berlin (2012) und Wien (2017), den Sammelband „The Happy Fainting of Painting“ zur problematischen Diskurslage der Malerei herausgegeben.   

“Speaking of 'Nobody Spoke'” performed by The Jackson Pollock Bar by Kunstsaele

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Freitag / Friday,  8.09.2017, 18:00 

Sonntag / Sunday,  17.09.2017, 13:30

(in Englischer Sprache, ca. 50 min./ in English, approx. 50min.)

Der Geschäftszweck der Jackson Pollock Bar ist die Installation von Theorie. Theorien, und vor allem ästhetische Theorien, bilden nicht länger einen neutralen, abstrakten Hintergrund der Kunst. Sie sind vielmehr ihr materialer Bestandteil geworden. Das Ästhetische ist diskursiv geworden und der Diskurs ästhetisch. Dies ist die Implosion der Kunst in den Diskurs. Theorien unterscheiden sich von Werken nur auf der Beobachtungsebene erster Ordnung - durch unterschiedliche Qualitäten, Logiken und Erfahrungsmodi.

Wenn die Welt zur Ausstellung wird, nämlich zur Selbstausstellung von Beobachtungen, dann kann das Ausstellen kein Privileg der Kunst mehr sein. Ausstellen ist nicht mehr an die Ausstellung gebunden; Ausstellen heißt einfach: für den Kommunikationsprozess beobachtbar machen. Die Ausstellung ist seither ein Spezialfall: nämlich der methodische Reflexionsort des Sich-der-Beobachtung-Aussetzens von Beobachtungen. Theorien, die ein Bewußtsein für ihre Stellung im Kommunikationsprozess entwickeln, müssen auf die Art ihres Beobachtetwerdens achten, d.h. sie müssen ausgestellt werden. Dadurch entfalten sie ästhetisches Bewußtsein.

Wichtig ist die Brechung der authentischen Unmittelbarkeit von Theorie. Dadurch wird die Wahrnehmung von Künstlichkeit, Konkretheit und Kontextualität, also die Beobachtung zweiter Ordnung, ermöglicht. Auf etwas ähnliches zielte ja bekanntlich Brechts V-Effekt. Die Präsenz von Theorie muss ausdifferenziert werden in Autor, Werk, Interpretation und Darstellung – und die Darstellung ihrerseits in Bild und Ton. Dazu haben wir das Playback-Verfahren entwickelt. Das Playback-Verfahren muss für dieses Anliegen aus der üblichen Simulationsabsicht herausgelöst und zu einer sinnlichen Verdoppelung vergröbert werden.

Bevorzugter Spielort der Theorie-Installationen sind die Ränder des Kunstsystems, die Schnittstellen zwischen Theorie und Kunst: Bars, Foyers, Vernissagen und Symposien, Orte, in denen sich objekthaft-mediale ästhetische Kommunikation (Werke, Räume) und zwischen-menschliche Kommunikation ("Reden") überlagern und durchmischen.

C.M. 1997 

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The Jackson Pollock Bar is concerned with the "installation" of theory. The theories of theoreticians, and indeed the theoreticians themselves, no longer form a neutral abstract background (flip side) to the aesthetic. They have developed in a way, so as to constitute its material. The "aesthetic" has become discursive and "discourse" has become aesthetic. That is the implosion of art and language. Theories and art works are thoroughly distinctive only insofar as first-order levels of observation (in the sense of cognitively active seeings, hearings etc.) are identified in logical and qualitative terms. Developments in the semantics of systems of communication - particularly in connection with self description in autopoietic systems - have led to an operational closure.

As a consequence, the paradigm of the work of art as the privileged constituent of "the exhibition" is no longer tenable: the world has become an exhibition, an exhibition which consists of observations. The conventional show, or exhibition, is no longer linked by necessity to the process of exhibiting. To exhibit something is simply to render it observable with a communicative purpose. The exhibition or show has, therefore, become a special case - a methodological site of the reflexively self-observing (second order) exposition of observations. Theories which develop a consciousness of their position in the course of a communicative process must necessarily pay attention to the way they are observed: they must be exhibited.

It is important that the installation ruptures the sense of theory as something authentically direct. Through this rupture an awareness of concreteness and artificiality together with contextuality is created; this facilitates the production of observations of a second order type. (Brecht's "V-effect" was aimed at something similar). The theoretical "presence" is diversified between author, work, interpretation and performance - which is itself diversified between sound and picture or image. In this connection, the playback method has been developed. This is not playback with a mimetic purpose, but a vocal performance of coarse texture which is experienced as a relatively autonomous redoubling of the putative "original". The appropriate locations for theory installations are where art's objects and spaces tend to overlap and to merge with talk and other processes of human communication. They might be the merging of art sites, or bars and foyers, or be connected with such events as openings and symposiums.

C.M. 1997

 

PAUL MAKOWSKY "FREE" by Kunstsaele

19. – 31.08.2017

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Unser tägliches Wohlbefinden ist, ohne die Beziehungen, in denen wir uns befinden, nicht denkbar. Drastischer ausgedrückt: Ohne Austausch keine Existenz, sowohl physisch wie psychisch. Denken Sie nur an den Kreislauf der Sauerstoffproduktion. Von uns abgegebenes Kohlendioxid wird von den Pflanzen aufgenommen und in frischen Sauerstoff umgewandelt, der anschließend wieder für uns zur Verfügung steht.

Unser Überleben gründet sich auf Austausch und dieser ist kostbar. Mit der Verlagerung dieses Moments in den künstlerischen Raum verschiebt sich dieser Wert vom Praktischen ins Symbolische. Objekte, die auf einer weißen, quaderförmigen Box (FREE) platziert sind, stehen zur freien Verfügung, stellen eine universelle Form des Gebens dar.

Dabei gleicht kein Objekt dem Nächsten, sodass diese, über den Ausstellungsverlauf, in einer sich ständig verschiebenden Dynamik zueinander stehen. Beschenkten ist die Einschätzung über deren Vergleichs-Wert daher nicht direkt gegeben. Einzig die bedingungslose, großzügige Gabe ist gewiss.

Laut Definition bedeutet Großzügigkeit, einen Zug ins Große zu haben. Anders ließe sie sich als die Fähigkeit beschreiben, Raum zu schaffen, Platz zu geben, oder als die Möglichkeit zur Akzeptanz.  Warum sollte sich jemand zu diesem Handeln entscheiden? Um einen Austausch zu vollziehen? Um zu geben? Um liebenswert zu sein? Um auszubeuten? Vielleicht von allem ein bisschen, vielleicht von allem nichts.

Text von Robert Hausmann

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"In order for something to be handed over, a hand must extend, and a hand must receive."                    (Claudia Rankine)

Generosity, the act of being plentiful or large, why would one decide to employ this action? To be endearing? To consummate an exchange? To exploit or to give? How can the value of an exchange be qualified?

Through placing this gesture within the realms of an artistic institution, its inherent value shifts, rejecting the preciousness of the original, trading it within cultural and social reality. These objects placed on a rectangular white box (FREE) represent a universal form of giving, the mode will continue to be constant, this act of giving with no yearning or want of return. Yet the objects within the exhibition have a constant dynamic turn over, no one object is ever the same as the last, its customers have little to say over its cargo, only to know that a transaction of unwarranted giving will be completed.

Our own anthropological wellbeing cannot exist without exchange, extending from everyday goods to even oxygen and CO2. Our very survival revolves around exchange.

text by Hugo Wheeler

LECTURE BY IAN KIAER by Kunstsaele

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Datum: Samstag, 24. Juni 2017

Zeit: 18 Uhr

In Zusammenhang mit seiner aktuellen Einzelausstellung  "Endnote, tooth" (29. April – 28. Juni 2017) in der Galerie Barbara Wien, wird der britische Künstler Ian Kiaer, am Samstag, den 24. Juni 2017, in den Räumen der KUNSTSAELE Berlin über seine jüngsten Werke sprechen.

Ausgangspunkt seiner Arbeiten stellen meist utopische Ansätze aus Architektur, Philosophie und Kunst dar. Unter dem Titel "Endnote, tooth" präsentiert Kiaer neue Werke, die sich auf seine langjährige Beschäftigung mit Architekturprojekten von Frederick Kiesler (1890–1965) und Moshe Safdie (*1938) beziehen. Kiaers Installationen und Objekte aus Alltagsgegenständen, gefundenen Materialien, Modellen und Malereien können als eine offene Versuchsanordnung oder als das (vorläufige) Ergebnis einer Reihe von Assoziationen verstanden werden. 

In seinem Vortrag wird der Künstler in die Gedankenwelten Kieslers und Safdies einführen und über das Verhältnis zwischen Modell und Fragment, Malerei, minor form und dem Marginalen nachdenken. 

Der Vortrag wird auf Englisch gehalten.

 

Ian Kiaer, 1971 in London geboren, lebt und arbeitet zurzeit in London und Oxford. Er hatte zahlreiche internationale Einzelausstellungen, u.a. im Neubauer Collegium, Chicago (2016); im Henry Moore Institute, Leeds und in der Focal Point Gallery, Southend-on-Sea (beide 2014); im Centre International de l‘art et du Paysage, Vassivière (2013); im Aspen Art Museum (2012); im Kunstverein München (2010) und in der Galleria d‘Arte Moderna e Contemporanea, Turin (2008).

Darüber hinaus nahm Kiaer an Gruppenausstellungen teil, u.a. im frac île-de-france, Paris; im Mudam Luxembourg; in der Tate Modern und Tate Britain, London; im Hammer Museum, Los Angeles; in der Hayward Gallery, London; an der Biennale d‘Art contemporain, Rennes (2012); der Biennale de Lyon (2009); der Istanbul Bienniale (2007) und der Berlin Biennale (2006). Im November 2017 eröffnet im Musée d‘Art moderne de la Ville de Paris eine Einzelausstellung von Ian Kiaer.

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Date: Saturday, 24 June 2017

Time: 6 pm

In connection with Ian Kiaer’s current solo exhibition "Endnote, tooth" (29 April – 28 June 2017) at Galerie Barbara Wien, the British artist will give a lecture at the KUNSTSAELE Berlin on Saturday, 24 June 2017, at 6 pm.

Utopian approaches to architecture, literature, philosophy and art generally serve as the starting point for Ian Kiaer’s work. Under the title of "Endnote, tooth", Kiaer's exhibition shows new works arising from his long-standing preoccupation with the architectural projects of Frederick Kiesler (1890–1965) and Moshe Safdie (* 1938). Kiaer's installations and objects made from everyday items, found materials, models and paintings can be understood as open, experimental arrangements or the (preliminary) findings of a series of associations.

In his lecture, Kiaer will talk about certain aspects of Kiesler's and Safdie's thinking. He will also reflect on the model's relationship to the fragment, to painting, the minor form and the marginal. This will be set against the wider context of his work and past projects.

The lecture will be held in English.

Ian Kiaer, born in 1971 in London, currently lives and works in London and Oxford. He has had numerous international solo exhibitions at venues including the Neubauer Collegium, Chicago (2016); the Henry Moore Institute, Leeds and Focal Point Gallery, Southend-on-Sea (both 2014); Centre International de l‘art et du Paysage, Vassivière (2013); Aspen Art Museum (2012); Kunstverein München (2010); and Galleria d‘Arte Moderna e Contemporanea, Turin (2008).

Additionally, Kiaer has participated in group shows such as at frac île-de-france, Paris; Mudam Luxembourg; Tate Modern and Tate Britain, London; Hammer Museum, Los Angeles; Hayward Gallery, London; the Biennale d‘Art contemporain, Rennes (2012); the Biennale de Lyon (2009); the Istanbul Bienniale (2007); and the Berlin Biennale (2006). In November 2017, Ian Kiaer will open a solo exhibition at the Musée d‘Art moderne de la Ville de Paris.

Bild/Image: Ian Kiaer, Endnote, tooth (grey), 2017 – Installation view, Galerie Barbara Wien, Berlin 2017, Photo: Nick Ash, courtesy of Galerie Barbara Wien, Berlin

PRESERVATION by Kunstsaele

Datum: Donnerstag und Freitag, 23. & 24. März 2017

Zeit: ab 20:00

Die KUNSTSAELE präsentieren an zwei aufeinanderfolgenden Abenden eine dreiteilige, intermediale Performancereihe, die von der Choreographin Tarren Johnson initiiert wurde. Für "Preservation" entwickelt Johnson eine grundlegend offene Partitur aus Lyrik und Choreographie, die von Yuri Shimaoka vertanzt werden wird. Die musikalische Begleitung erfolgt von Forest Moody auf dem Klavier. In diesem Rahmen wird Winston Chmielinski einen Text performen, indem er auf eigene und gefundene Textpassagen reagiert und diese zugleich redigiert, während Mira O'Brien für die Dauer des Abends eine Installation präsentiert, die sich aus architektonischen und performativen Elementen zusammensetzt.

Wall and paper
With shadows
What to let rust

Die Partitur nähert sich schrittweise der unmöglichen Aufgabe an ephemere Kunstformen zu konservieren. Der Ablauf des Abends basiert auf einer Art 'Veranstaltungs-Partitur', die als Skript dazu dient, die von Johnson und ihren Kooperationspartnern entwickelten Kompositionen in eine übergeordnete Struktur einzugliedern.

Tarren Johnson ist eine Performancekünstlerin und Choreographin aus Los Angeles, die in Berlin lebt. Sie studierte Tanz und Choreographie am California Institute of the Arts. Forrest Moody ist Pianist und Komponist, mit einem Abschluss von der Eastman School of Music in Rochester, New York. Yuri Shimaoka ist eine in Berlin lebende Tänzerin, die Tanz an der Austrian Ballet School in Tokyo studiert hat. Winston Chmielinski ist ein in Berlin lebender Künstler, der mit Malerei, Philosophie und Literatur arbeitet. Mira O'Brien ist eine interdisziplinäre Künstlerin, mit dem Fokus auf installativer Kunst, Malerei und Performance. Sie studierte an der Yale University in New Haven, Connecticut. Ihre Arbeiten sind in internationalen Ausstellungen zu sehen.

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Date: Thursday and Friday, 23th & 24th March 2017

Time: 8pm

The KUNSTSAELE is pleased to present a three-part intermedia performance series over two days, arranged by choreographer Tarren Johnson. For "Preservation" Johnson extends an open form score of original poetry, to be danced by Yuri Shimaoka with piano accompaniment by Forrest Moody. Winston Chmielinski will perform a text by redacting and reacting to his own writing and found passages, as Mira O'Brien presents an architectural, performative installation throughout the evening.

Wall and paper
With shadows
What to let rust

The score becomes a small step toward solving the impossible task of preserving ephemeral art forms. The evening's proceedings are structured around an 'event score', developed by Johnson and her collaborators, which serves as a script for how the artists' compositions weave into a larger structure.

Tarren Johnson is a Berlin-based performance artist and choreographer from Los Angeles. She studied dance and choreography at the California Institute of the Arts. Forrest Moody is a pianist and composer. He holds a degree from the Eastman School of Music in Rochester, New York. Yuri Shimaoka is a dancer based in Berlin. She studied dance at the Austrian Ballet School in Tokyo. Winston Chmielinski is a Berlin-based artist with a background in painting, philosophy and creative writing. Mira O'Brien is a Berlin-based interdisciplinary artist with a focus on installation, painting and performance. She studied at Yale University in New Haven, Connecticut and has exhibited internationally.

 

Incident by HC by Kunstsaele

 Marcel Broodthaers, L'Entrée de l'Exposition, Detail, Kunsthalle Bern, 1982

Marcel Broodthaers, L'Entrée de l'Exposition, Detail, Kunsthalle Bern, 1982

Datum: 17. September 2016

Zeit: 20:00 – 22:00 Uhr

We do have Yucca. It’s very Peruvian, also in the Amazonia you have these roots. You cook them but it really has to be perfect because they are a little boring and you shouldn’t overcook them. It doesn’t need much, it just needs some salt. The only thing is, you have to cook it the right amount because it’s slightly toxic. You can taste it, it has a slightly bitter taste. If you cook it the right amount you know it’s not toxic anymore.

HC versteht Kollektivität als Experimentierfeld, in dem neue Formen von Synthese entwickelt werden können. Für die Intervention „Incident by HC“ realisiert das Kollektiv in der Ausstellung „To Lie in the Cheese, to Smile in the Butter“ (09. September – 15. November) für einen Abend eine Reihe von Veränderungen. Während sie Drinks und Fingerfood aus Teilen der Kokosnuss- und Yucca-Palme servieren, integrieren HC die übrigen Arbeiten der Ausstellung in ihr eigenes System der Betitelung. Indem sie die anderen Werke der Ausstellung temporär appropriieren, unterlaufen sie die Auffassung von originärer Autorschaft und dringen zugleich in die private Sphäre eines jeden Kunstwerkes ein. Die in den Ausstellungsräumen verteilten Palmen spielen auf Marcel Broodthaers' Installation "L'Entrée de l'Exposition" an, – einem zentralen Werk für die Entstehung des Kollektivs – und verwischen die Grenzen zwischen Kunstwerk, Requisite und häuslichem Dekor. 

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Date: 17 September 2016

Time: 8 – 10pm

We do have Yucca. It’s very Peruvian, also in the Amazonia you have these roots. You cook them but it really has to be perfect because they are a little boring and you shouldn’t overcook them. It doesn’t need much, it just needs some salt. The only thing is, you have to cook it the right amount because it’s slightly toxic. You can taste it, it has a slightly bitter taste. If you cook it the right amount you know it’s not toxic anymore.

HC’s understanding of the collective is that of an open field that can be fertilized in order to reach new forms of synthesis. For their intervention "Incident by HC", they will add a number of changes to the exhibition "To Lie in the Cheese, to Smile in the Butter" (09 September – 15 November) for the duration of one evening. While serving a drink and finger food made of parts of Cocos and Yucca palm trees, they include the artworks on display into their own system of titling. While temporarily appropriating the other works in the show, HC obscures and invades both the idea of the singular author and the intimate sphere of the artworks' realm. Their installation of palm trees throughout the show alludes to Marcel Broodthaers' installation "L'Entrée de l'Exposition" – a crucial work in the collective's making – and aims to blur the lines between artwork, prop and domestic decor. 

 

FRENCH CONNECTION_PERSPECTIVES ON SUPPORT/SURFACE - CURATOR TOUR by Kunstsaele

 installation view, French_Connection - Perspectives on Support/Surface, 2016

installation view, French_Connection - Perspectives on Support/Surface, 2016

Datum: Samstag 18.06.2016

Zeit: 15:00 Uhr

In der neuen Ausstellung der Kunstsaele, French Connection_Perspectives on Support/Surface, kuratiert von Heike Fuhlbrügge werden erstmals ausgewählte Arbeiten der französischen GruppeSupport/Surface in Zusammenschau mit Arbeiten zeitgenössischer Künstler gezeigt. Dabei geht es weniger darum, eine direkte Nachfolge zu dokumentieren, als vielmehr Perspektiven und Denkanstösse zum Thema Materialität, Malerei und Farbe zu eröffnen.

Das Interesse der Künstler des Support/Surface, als Gruppe vor allem im Zeitraum zwischen 1967-1975 aktiv, galt der Materialität und den Konditionen von Malerei, teilweise bis hin zu einer lyrischen Auffassung von Farbe. Es gibt kein Manifest, Inspiration gaben die Schriften und Ideen u.a. von Sigmund Freud, Clement Greenberg und Michael Fried, sowie das Werk von Simon Hantaï und Henry Matisse.

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Date: Saturday 18.06.2016

Time: 3:00 pm

The new Kunstsaele exhibition French Connection_Perspectives on Support/Surface curated by Heike Fuhlbrügge shows selected works by the French group Support/Surface in Germany for the first time, alongside works by contemporary artists. The purpose of the exhibition being not merely to document a direct line of stylistic succession, but rather to open up perspectives and to provide inspiration for new thoughts on topics of material, painting and color.

The Support/Surface group was a loose collective of about 15 artists between the years 1967-1975 mainly from the South of France (Nîmes, St. Etienne, Nice, and others). As a group, particularly in the period from 1967 to 1975, the main interest of the Support/Surface artists was in the materials and conditions of painting, in some cases taking it as far as a lyrical understanding of color. There is no manifesto. Inspiration was drawn from, among other sources, the writings and ideas of Sigmund Freud (Lacan), Clement Greenberg and Michael Fried, and Henry Matisse.

On SATURDAY, 18 June we invite you to JOIN THE CURATOR HEIKE FUHLBRÜGGE ON A TOUR TO THE EXHIBITION and get first hand intel on how the exhibition came to be and what unites the contemporary art works with those of the Support/Surface group.

FRENCH CONNECTION_PERSPECTIVES ON SUPPORT-SURFACE - ARTIST TALK by Kunstsaele

 Katinka Bock, Chamäleon, 2016, courtesy the artist & Meyer Riegger Gallery

Katinka Bock, Chamäleon, 2016, courtesy the artist & Meyer Riegger Gallery

Datum: Donnerstag, 02.06.2016

Zeit: 19:00 Uhr

Die KünstlerInnen Katinka Bock und Eva Berendes sprechen über ihre radikalen Ansätze zu Materialität und Farbe in ihren Arbeiten. Form und Inhalt ihrer zeitgenössischen Auseinandersetzung zeigen auf wie aktuell die Fragestellungen der Support/Surface-Künstler  heute noch sind.

In ihrer Videoarbeit Seechamäleon (2016) zeigt Katinka Bock (*1976) wie sie das Medium Wasser und den Zufall als Gestalter in ihren Werkprozess einbezieht. Diese sind Teil ihrer strukturellen Untersuchungen von Gesellschaftsverhältnissen und kulturell definierten Räumen. Dafür arbeitet sie mit Fundstücken und natürlichen Materialien wie Holz, Leder, Stein, Stoff und Ton.

Die Grids à la Dezeuze & Co sowie deren offene Formstruktur, die stets durch Umhängen der Werkelemente verändert werden kann, sind wichtiges Element im Werk von Eva Berendes (*1974). Ideen der Arts and Craft Bewegung und des Bauhaus sind ihren veränderbaren Konstruktionen ebenso eingeschrieben wie die Sprache der Mailänder Memphis-Gruppe.

Verpassen Sie nicht die Gelegenheit mit der Kuratorin Heike Fuhlbrügge und den KünstlerInnen das Ausstellungskonzept oder auch einzelne Arbeiten zu besprechen.

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Date: Thursday, 02.06.2016

Time: 7 pm

The artists Katinka Bock and Eva Berendes will be talking about their radical approach on materials and color in their work. Type and content of their contemporary approach show how up-to-date the ideas of the Support/Surface artists are even today.

In her video work Seechamäleon (2016) Katinka Bock (*1976) shows how she includes water as a medium and coincedence a design method into her work process. Those are part of a structural study on the social situation and culturally defined rooms. For this purpose she works with found objects and natural materials such as wood, leather, stone, facric and clay.

The grids à la Dezeuze & Co with their open structural design that can always be altered by hanging the work elements differently are an important element in the work of Eva Berendes (*1974) as well. The ideas of the Arts and Crafts Movement and of the Bauhaus are just as much related to her modifiable constructions as the language of the Milan Memphis Group.

Don't miss the chance to discuss the exhibition concept and even single works with the curator Heike Fuhlbrügge and the artists.

French Connection_Perspectives on Support/Surface - Gespräch mit Bernard Ceysson by Kunstsaele

Datum: Samstag, 30.04.2016

Zeit: 13:30 Uhr

Kuratiert von Heike Fuhlbrügge

In der Ausstellung werden erstmals ausgewählte Arbeiten der französischen Gruppe Support/Surface in Zusammenschau mit Positionen zeitgenössischer Künstler gezeigt. Dabei geht es weniger darum, eine direkte Nachfolge zu dokumentieren, als vielmehr Perspektiven und Denkanstösse zum Thema Materialität, Malerei und Farbe zu eröffnen.

Das Interesse der Künstler des Support/Surface, als Gruppe vor allem im Zeitraum zwischen 1967-1975 aktiv, galt der Materialität und den Konditionen von Malerei, teilweise bis hin zu einer lyrischen Auffassung von Farbe. Es gibt kein Manifest, Inspiration gaben die Schriften und Ideen u.a. von Freud, Clement Greenberg und Michael Fried, sowie das Werk von Matisse.

Wir sind dankbar, Bernard Ceysson - ausgewiesener Experte und seit über vierzig Jahren unermüdlicher Verteidiger der Visionen der Support/Surface Künstler, zu einem Gespräch in der Ausstellung begrüßen zu dürfen. Seit 1960 ist er einer der Hauptakteure der Kunst in Frankreich, war u.a. Direktor des Musée d’art moderne et contemporain de Saint Etienne und leitete das Musée national d'art moderne am Centre Georges Pompidou in Paris. Heute ist er ein bekannter Autor und Galerist. 

Das Gespräch findet in englischer Sprache mit der Kuratorin Dr. Heike Fuhlbrügge statt.

Ausstellungsdauer : 30.04.2016 – 18.06.2016

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Date: Saturday, 30.04.2016

Time: 1.30 pm

Curated by Heike Fuhlbrügge

The exhibition will show, for the first time, selected works by the french group Support/Surface, among positions of contemporary artists. The purpose being not so much to document a direct line of succession but rather to open up perspectives and to provide inspiration for new thoughts on the topics of material, painting and color.

As a group, particularly in the period from 1967 - 1975, the main interest of the Support/Surface artists was in the material and the conditions of painting, in some cases taking it as far as a lyrical understanding of color. There is no manifesto. Inspiration was drawn from, among other things, the writings and ideas of Freud, Clement Greenberg and Michael Fried, as well as the works of Matisse.

We are very grateful to welcome Bernard Ceysson, a proven expert and, for over forty years, a relentless defender of the visions of the Support/Surface artists, for a talk at the exhibition. Since 1960, he has been one of the key players of France's art world. He was the director of the Musée d’art moderne et contemporain de Saint Etienne and head of the Musée national d'art moderne am Centre Georges Pompidou in Paris. Today he is a well-known author and gallery owner.

The talk will be held in English together with the curator Dr. Heike Fuhlbrügge.

30.04.2016 – 18.06.2016

 

 

 

MODERNISMUS, INSTITUTIONSKRITIK by Kunstsaele

Zur Kritik, Wirkung und Rechtfertigung der Kunst

20.06.2015 - 22.08.2015

von Lukas Töpfer
Buchveröffentlichung (Deutsch)

Dem Wirkungslosen die Treue zu halten, das Elitäre der Kunst in Kauf zu nehmen, es konsequent zu kritisieren und doch der Kritik eine hohe Form zu geben: all das muss vielleicht versucht werden – in einer Rechtfertigung der Kunst. Vom Modernismus zur Institutionskritik: Kritik und Rechtfertigung gehören zusammen.

Mit Bemerkungen u.a. zu Clement Greenberg (Avantgarde und Kitsch), T. J. Clark (Clement Greenberg's Theory of Art), Michael Fried (How Modernism Works), Thierry de Duve (Echoes of the Readymade: Critique of Pure Modernism), zur Institutional Critique und zur "Kritik der Rechtfertigungsverhältnisse".



"The Museum of Modern Art has a duty to a great public. But in serving an elite it will reach, better than in any other
way, the great general public by means of work done to meet the most exacting standards of an elite." (The Museum of Modern Art Bulletin 6, 1939)

"As the Guggenheim's director of communications […] has said: 'we are in the entertainment business and competing against other forms of entertainment out there'." (Andrea Fraser)

Finissage Buchvorstellung: Rolf-Gunter Dienst und Wolfgang Heger im Gespräch by Kunstsaele

"Ein Porträt des Malers Rolf-Gunter Dienst im Dialog" ist der Untertitel eines vom Mitteldeutschen Verlages herausgegebenen Buches, das zur Leipziger Buchmesse vorgestellt wurde. In zwölf Gesprächen zwischen Rolf-Gunter Dienst und Wolfgang Heger werden nicht nur ein Künstlerleben beleuchtet, sondern auch zentrale Aspekte seines Werks vorgestellt, ergänzt um Begegnungen mit künstlerischen Weggefährten von den 1960er-Jahren bis heute.


Wir freuen uns, die Gesprächspartner zur Finissage der aktuellen Ausstellung "Hommages" in den Kunstsaelen zu erleben und laden Sie sehr herzlich ein, an dem Gespräch teilzunehmen. 

Sonnabend, 11. April 2015, 11-13 Uhr
Eintritt frei.

S. Fischer - Verlag - Berlin W. - Bülowstr. 90 by Kunstsaele

Lesung, Donnerstag, 16. Oktober, 20.00 Uhr

Der Literatur-Salon Potsdamer Straße zu Gast in den Kunstsaelen Berlin:

Vor 80 Jahren, am 15. Oktober 1934 starb Samuel Fischer.
Wir erinnern an diesen großen Verleger, seinen Verlag und seine Autorinnen und Autoren und wir berichten über die Geschichte des Hauses Bülowstraße 90.
Der S. Fischer Verlag residierte hier von 1897 bis 1936.

Mit Roland Kretschmer, Christiane Carstens, Indre Zetzsche, Sibylle Nägele und Joy Markert.


Eintritt frei.

Artist Talk: Lynn Hershman Leeson and Tom Marioni by Kunstsaele

(Deutsche Version unten)

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Artist Talk, Sat 19 July at 4pm

Lynn Hershman Leeson
& Tom Marioni
hosted by Marc Glöde

On the occasion of the opening weekend of Tom Marioni "Actions (1969-2014)" and
Lynn Hershman Leeson "How to Disappear" an artist talk will be hosted by curator Marc Glöde and takes place on Saturday 19th July at 4pm. 

Lynn Hershman Leeson is well known for her pioneering use of new technologies and her investigations of issues that are now recognized as key to the working of our society: identity in a time of consumerism, privacy in an era of surveillance, interfacing of humans and machines, and the relationship between real and virtual worlds. Her persistent questioning of the way women’s bodies are seen and instrumentalized made her a key-contributor to American feminism. A critically acclaimed film-maker, she has written, directed and produced several award-winning films including Teknolust, Conceiving Ada, and !Women Art Revolution. The exhibition How to Disappear will premiere “The Ballad of J.T. Leroy“, a video installation recounting the public portrayal of the famous author by two women.

Tom Marioni is a sculptor who has created a large body of work in drawing and printmaking. He pioneered using social situations as art, and his 1970 piece called “The Act of Drinking Beer with Friends is the Highest Form of Art“ has become legendary. Also in 1970, Marioni founded the Museum of Conceptual Art (MOCA) as “a large-scale social work of art.” Although Marioni has been a key figure in the development of Conceptual Art since the 1960s, one should not reduce his work to this field. On the contrary: it is important to acknowledge that Marioni has been pushing the boundaries of art and challenging its conservatism for over forty years. Clearly critical and humorous, he has been confronting the dynamics of art institutions, as well as any and all „-isms“ in the art world. 

Marc Glöde is a film historian and critic who has curated various film series on the subject of film and art. He has authored several publications and has taught at the Free University of Berlin, the Dresden Art Academy, Columbia University, and is currently a lecturer at the ETH Zurich. Marc was a curator of the art berlin contemporary (abc) from 2008-2010, and has curated the Art Basel Film program in Basel since 2008.


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The talks will be held in English. Admission is free.

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Künstlergespräch
Sa, den 19. Juli um 16.00 Uhr

Lynn Hershman Leeson & 
Tom Marioni
kuratiert von Marc Glöde

Anläßlich der Ausstellungseröffnungen von Tom Marioni Actions (1969-2014) und Lynn Hershman Leeson How to Disappear laden die Galerie Aanant & Zoo und die Kunstsaele Berlin am Samstag, den 19.07.2014 um 16:00 in ihren Räumen zum Künstlergespräch unter Leitung von Kurator Marc Glöde. 

Lynn Hershman Leeson ist bekannt für ihre Pionierleistung auf dem Gebiet der neuen Technologien und Untersuchungen zu Kernfragen unserer Gesellschaft: Identität in Zeiten des Konsums, Privatsphäre unter Generalüberwachung und die Beziehung zwischen realen und virtuellen Welten. Durch ihr beständiges Untersuchen der Wahrnehmung und Instrumentalisierung weiblicher Körper leistete sie einen maßgebenden Beitrag zum amerikansichen Feminismus. Sie ist außerdem Autorin, Regisseurin und Produzentin verschiedener preisgekrönter Kinofilme, u.a. Teknolust, Conceiving Ada und !Women Art Revolution. In der Ausstellung How to Disappear wird erstmals die Videoinstallation “The Ballad of J.T. Leroy” gezeigt, in der die öffentliche Darstellung des gleichnamigen Bestsellerautors durch zwei Frauen behandelt wird.

Tom Marioni ist Bildhauer dessen Werk auch Zeichnung und Druck umfasst. Er war einer der ersten, die Zusammenkünfte von Menschen zur Kunst erhob, und seine Arbeit aus dem Jahr 1970 “The Act of Drinking Beer with Friends is the Highest Form of Art” ist inzwischen legendär geworden. Auch gründete er im Jahr 1970 das Museum of Conceptual Art (MOCA) als “groß angelegtes gesellschaftliches Kunstwerk”. Obwohl Marioni seit den 1960ern eine Schlüsselfigur für die Entwicklung der Konzeptkunst ist, wäre es reduktiv seine Arbeit auf den Konzeptualismus zu beschränken. Im Gegenteil: Es ist von großer Wichtigkeit sich vor Augen zu führen, dass Marioni über die letzten vierzig Jahre immer wieder die vorgesehenen Grenzen der Kunstwelt überschritt und somit konservative Tendenzen der Kunstwelt anprangerte. Mit deutlich formulierter aber immer humorvoller Kritik tritt er den Dynamiken in Kunstinstitutionen und jeglichen „-ismen” der Kunstwelt entgegen. 

Marc Glöde ist Filmhistoriker und Kritiker, der verschiedene Filmserien zum Thema Kunst und Film kuratiert hat. Es ist Autor verschiedener Veröffentlichungen und hat an der Freien Universität Berlin, der Kunstakademie Dresden und der Columbia University gelehrt. Aktuell ist er Dozent an der ETH Zürich. Marc war von 2008-2010 Kurator bei der art berlin contemporary (abc) und ist seit 2008 Kurator des Filmprogramms an der Art Basel. 

Die Gespräche erfolgen in Englisch. Der Eintritt ist frei.