CONCEPTUAL PARADISE / by Alexander Hahn

Ein Filmessay als und über Conceptual art by Stefan Römer

Conceptual Paradise – ein Filmessay als und über Conceptual art

Aus einer kunst- und institutionskritischen Praxis stellte sich der Konzeptkünstler Stefan
Römer Fragen nach der Genealogie und dem Veränderungspotenzial konzeptueller
Ansätze. Mit seiner dekonzeptuellen Lektüre zeitgenössischer Kunst verfolgt er das Ziel,
eine generationenübergreifende Diskussion zu inszenieren, für die er sich die Werkform
des Videoessays aussuchte. In seiner vierjährigen Recherche interviewte Stefan Römer
dazu mehr als 50 herausragende Künstler/innen, Theoretiker/innen und Sammler/innen
der konzeptuellen Kunst. Der Film analysiert erkenntniskritisch zeitgenössische Kunst
und ihre institutionellen Effekte.

Konzeptuelle Kunstpraktiken umreißen heute ein weites Feld, das nicht auf Text-
und Diskursproduktion reduziert werden sollte, sondern darüber hinaus durch
eine Vielzahl konkurrierender Definitionen und künstlerischer Ansätze gezeichnet
ist. Die Diskussionen um die Conceptual art zu aktualisieren, bedeutet somit ein
Terrain vielfältigster historischer, post-, neokonzeptueller und auch de-konzeptueller
künstlerischer Praktiken zu betreten. Alle Informationen auf:

www.conceptual-paradise.com




Conceptual Paradise

Autor und Produzent des Films: Stefan Römer
Dauer: 109:30 min.
BRD, 2006/2010 dt. UT

Festivals:
Dokumentar- and Videofestival Kassel 2006
CPH: DOX, Copenhagen 2007

Der Künstler Stefan Römer betreibt eine diskursive Praxis der Intervention im
zeitgenössischen Kunstfeld. Mit seiner dekonstruktiven Neuinterpretation von
Konzeptualismen – wie etwa sein Essay-Film »Conceptual Paradise« und das
dazugehörige Wiki-Projekt – kritisiert Stefan Römer nicht nur, die vorherrschende
Rezeption der Konzeptkunst als eine künstlerische Produktion, die visuelle Strategien
unterdrückt, sondern entwickelt vor allem ein anderes Modell der Beziehungen
von Wort/Bild und Praxis/Theorie; zudem begründet er, eine dekonstruktive
künstlerische »Theorie als Praxis und Praxis als Theorie«. Er betrachtet das Internet in
diesem Sinn als eine erweiterte Form der Ausstellung. Stefan Römers Interesse richtet
sich mit diesem Wiki-Projekt darauf, eine Alternative für die künstlerische Präsentation
zu entwickeln, die sich nicht auf den physischen Raum beschränkt.

Nach der Filmvorführung gibt es ausführlich Gelegenheit, diese und andere Fragen zu
diskutieren.

Stefan Römer wird das Media-Wiki zum Film vorstellen, das in Kooperation mit dem
Kunstraum der Leuphana Universität Lüneburg entstanden ist. Zusammen mit Eva
Birkenstock (Kunstgeschichte), Kathrin Busch (Philosophie), Martin Warnke (Digitale
Medien) und Ulf Wuggenig (Soziologie, Kulturtheorie) sowie einer Gruppe von
Studierenden aus den Bereichen Kunst- und Bildwissenschaften, Kulturtheorie und
Digitale Medien wurde dieses Wiki erarbeitet.

Conceptual Paradise verfolgt nicht zuletzt das Ziel, zusammen mit dem Wiki und seiner
Präsentation weitere Reflexionen über die erkenntnistheoretischen Grundlagen der
künstlerischen Produktion anzustoßen, wobei dafür unterschiedliche Praxisformen
vorgesehen sind, wie Online-Ausstellungen, Forschungsgruppen, Konferenzen und
alternative Formen des Diskurses.


The program starts at 8 p.m. & the bar will be open.
Admission: 2 EUR