Opening & Book Launch: Daniela Comani "1975 – Diario di strada" kuratiert von Miriam Schoofs by Kunstsaele

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 Daniela Comani,  1975  –  DIARIO DI STRADA , Installation views, KUNSTSAELE Berlin, 2017.                           © Courtesy the Artist. Photography: Sebastian Eggler

Daniela Comani, 1975 – DIARIO DI STRADA, Installation views, KUNSTSAELE Berlin, 2017.                           © Courtesy the Artist. Photography: Sebastian Eggler

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 © Daniela Comani & VG Bild-Kunst, Bonn

© Daniela Comani & VG Bild-Kunst, Bonn

Dienstag, 21. November, 19:00

-please scroll down for English version-

Sammeln, Ordnen und Auflisten sind Verfahrensweisen, welche Comani in den meisten ihrer Arbeiten anwendet, insbesondere in ihrer ins fiktiv Autobiographische verkehrten Geschichte des 20. Jahrhunderts ich war’s. tagebuch 1900–1999 (2002).

Dabei erweitert Comani das Prinzip minimalistischer Serialität und der bürokratischen „Aufzeichensysteme“ (Friedrich Kittler) durch eine ironische und diskursive Dimension.´

Indem sich Daniela Comani dazu entschließt, mit einem Taschenkalender aus dem Jahre 1975 ein Dokument aus ihrer Kindheit zum Ausgangspunkt und Bestandteil einer künstlerischen Arbeit zu machen, inkorporiert sie ein materielles Fundstück und Zeugnis kindlicher Pedanterie in die eigene konzeptuelle Praxis und zeigt dabei – freilich nicht ohne Ironie – gleichzeitig die Ähnlichkeiten konzeptueller Praktiken mit kulturell tief verwurzelten Verfahrensweisen auf, dessen Spuren sich bereits im kindlichen Zeitvertreib und Spiel finden.

Bei den Fotografien der Arbeit handelt es sich um Bilder unterschiedlicher Art und Herkunft – aus Warenkatalogen, Werbeanzeigen und dem Internet – , welche die Künstlerin dergestalt digital nachbearbeitet hat, dass sie eine homogene, nicht hierarchische Serie verschiedener Automarken ergeben. Das Auto ist dabei weit mehr als ein gesellschaftliches Statusmodell: Als Inbegriff des modernen Fortbewegungsmittel steht es für industrielle Massenproduktion und die Konsumgesellschaft ebenso wie für – zumindest nach damaligen Verständnis – für gesellschaftlichen Fortschritt und individuelle Freiheit.

Das Fundstück, der beschriebene Taschenkalender für das Jahr 1975 ist ein – zunächst autobiographisches – Erinnerungsstück. In Verbund mit der präsentierten Foto-Serie macht Comani daraus ein kulturhistorisches Zeitdokument und das Portrait einer Ära.

Miriam Schoofs, Berlin, 1. Oktober 2017

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Daniela Comani: 1975 – Diary of the Road (2017)

Collecting, arranging and listing are procedures that Comani utilizes in most of her works, especially in her fictitious autobiographical history of the 20th century ich war’s. tagebuch 1900–1999 (2002). In doing so, Comani expands the principle of minimalistic seriality and bureaucratic “recording systems“ (Friedrich Kittler) to ironic and discursive dimensions.

By choosing a pocket calendar from 1975 and making a document from her childhood the point of departure and component of her artistic work, Daniela Comani incorporates a material found object and a testimony of childish pedantry into her own conceptual practice. Thereby she simultaneously points out – indeed not without irony – the similarities between conceptual artistic approaches and cultural deeply rooted practices, whose traces can be already found in childish pastime and play.

The photographs of the work, deriving from different image types and origins – from product catalogues to advertisements to the internet –, are digitally reworked to such an extent that it results in a homogeneous, non-hierachical series of different car brands. At the same time the car is much more than a social status model: As the epitome of the modern means of transport it stands for industrial mass production, for the consumer society, as well as – at least according to the understanding of the time – for social progress and individual freedom.

The found object, the inscribed pocket calendar of the year 1975 is first of all an autobiographical memory. In conjunction with the presented series of photographs, Comani turns it into a cultural-historical document and the portrait of an era.

Miriam Schoofs, Berlin, Oktober 1, 2017

"PARADOXIEN DES ÖFFENTLICHEN – KOLLEKTIVE INTELLIGENZ – SPECTATORS SUPPRESSED – SOZIALE DESASTER – INDIVIDUELLE STÄRKEN: GREAT EXPECTATIONS, FAILED?" VORTRAG VON HANS-JÜRGEN HAFNER ÜBER ART & LANGUAGE by Kunstsaele

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Freitag , 17.11.2017,  19:00

(in deutscher Sprache, Eintritt frei, Dauer ca. 60 min)

Nicht zu Unrecht hat Alexander Alberro die (historische) Conceptual Art, am Beispiel der Akteure um den Kunsthändler und Entrepreneur Seth Siegelaub in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre, als regelrechten Veröffentlichungskomplex diskutiert und als gemeinsames Merkmal sehr unterschiedlicher, unter den Vorzeichen des Konzeptuellen stehender künstlerischer Arbeitsweisen deren politics of publicity ausgemacht. Welche Vorstellungen des Öffentlichen waren diesen aber hinterlegt? An welche Öffentlichkeit aber richteten sich Veröffentlichungspraktiken – etwa in Form von Annoncen, Handlungsanweisungen, Publikationen-als-Kunstwerk oder Ausstellung –, die das Verhältnis zwischen künstlerischem content und dessen display grundsätzlich neu aushandelten und damit völlig neue Potenziale für die Produktions- und Zirkulationsweisen von Kunst erschlossen?

Das von 1968 an in unterschiedlichen personellen Konstellationen und seit Ende der 1970er Jahre bis heute von Michael Baldwin und Mel Ramsden vertretene Projekt Art & Language nimmt in mancher Hinsicht eine Sonderstellung innerhalb der historischen Formation der Conceptual Art ein – die es nicht unbedingt leichter macht, sich diesem Projekt im Nachhinein zu nähern oder gar einen ‚Einstieg’ zu finden. Gerade wer vor der Kategorie des ‚Werks’ in der Kunst instinktiv zurückschreckt, hätte umso mehr Arbeit mit dem schieren Output von Art & Language: die Diversität der für das Projekt in Anspruch genommenen, teils ziemlich coolen, teils penetrant pedantischen Produktions- und Distributionsformen, seine diskursive und gleichwohl exklusive Struktur und die damit verbundene eigene Historisierung und Institutionalisierung. Vom in fünf Jahrzehnten geschwollenen Rezeptionsapparat, vom harten Akademismus bis in die Fankurve hinein ganz zu schweigen.

Trotzdem: Art & Language steht eben auch für den, aus heutiger Sicht vielleicht allzu heroischen, Versuch gegen den kulturell/institutionellen Status quo und im Wissen um die herrschenden Verhältnisse eine alternative Kunst – oder die Alternative als Kunst – zu ermöglichen. Das möchte vielleicht auch zum aktuell immer noch anhaltenden Gespräch über Disruption passen, ist aber vor allem eine eminent öffentliche Angelegenheit. Diese hat allerdings so ihre Tücken...

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Hans-Jürgen Hafner arbeitet als Kunstkritiker, Autor und Ausstellungmacher mit einem Faible speziell für solche Kunst, die sich – auf welche Weise auch immer – noch nicht genug damit ist, Kunst zu sein.

Er hat solistische Ausstellungen u. a. mit Henry Flynt, Josephine Pryde oder Dominik Sittig realisiert und thematische etwa mit Fokus auf die Beziehungen zwischen Kunst und Ökonomie oder die Potenziale kunsthistorischer und kuratorischer Erzählweisen gemacht. Zusammen mit dem Maler und Kunstkritiker Gunter Reski hat er, flankiert von mittlerweile zwei entsprechenden Ausstellungen in Berlin (2012) und Wien (2017), den Sammelband „The Happy Fainting of Painting“ zur problematischen Diskurslage der Malerei herausgegeben.   

“Speaking of 'Nobody Spoke'” performed by The Jackson Pollock Bar by Kunstsaele

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Freitag / Friday,  8.09.2017, 18:00 

Sonntag / Sunday,  17.09.2017, 13:30

(in Englischer Sprache, ca. 50 min./ in English, approx. 50min.)

Der Geschäftszweck der Jackson Pollock Bar ist die Installation von Theorie. Theorien, und vor allem ästhetische Theorien, bilden nicht länger einen neutralen, abstrakten Hintergrund der Kunst. Sie sind vielmehr ihr materialer Bestandteil geworden. Das Ästhetische ist diskursiv geworden und der Diskurs ästhetisch. Dies ist die Implosion der Kunst in den Diskurs. Theorien unterscheiden sich von Werken nur auf der Beobachtungsebene erster Ordnung - durch unterschiedliche Qualitäten, Logiken und Erfahrungsmodi.

Wenn die Welt zur Ausstellung wird, nämlich zur Selbstausstellung von Beobachtungen, dann kann das Ausstellen kein Privileg der Kunst mehr sein. Ausstellen ist nicht mehr an die Ausstellung gebunden; Ausstellen heißt einfach: für den Kommunikationsprozess beobachtbar machen. Die Ausstellung ist seither ein Spezialfall: nämlich der methodische Reflexionsort des Sich-der-Beobachtung-Aussetzens von Beobachtungen. Theorien, die ein Bewußtsein für ihre Stellung im Kommunikationsprozess entwickeln, müssen auf die Art ihres Beobachtetwerdens achten, d.h. sie müssen ausgestellt werden. Dadurch entfalten sie ästhetisches Bewußtsein.

Wichtig ist die Brechung der authentischen Unmittelbarkeit von Theorie. Dadurch wird die Wahrnehmung von Künstlichkeit, Konkretheit und Kontextualität, also die Beobachtung zweiter Ordnung, ermöglicht. Auf etwas ähnliches zielte ja bekanntlich Brechts V-Effekt. Die Präsenz von Theorie muss ausdifferenziert werden in Autor, Werk, Interpretation und Darstellung – und die Darstellung ihrerseits in Bild und Ton. Dazu haben wir das Playback-Verfahren entwickelt. Das Playback-Verfahren muss für dieses Anliegen aus der üblichen Simulationsabsicht herausgelöst und zu einer sinnlichen Verdoppelung vergröbert werden.

Bevorzugter Spielort der Theorie-Installationen sind die Ränder des Kunstsystems, die Schnittstellen zwischen Theorie und Kunst: Bars, Foyers, Vernissagen und Symposien, Orte, in denen sich objekthaft-mediale ästhetische Kommunikation (Werke, Räume) und zwischen-menschliche Kommunikation ("Reden") überlagern und durchmischen.

C.M. 1997 

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The Jackson Pollock Bar is concerned with the "installation" of theory. The theories of theoreticians, and indeed the theoreticians themselves, no longer form a neutral abstract background (flip side) to the aesthetic. They have developed in a way, so as to constitute its material. The "aesthetic" has become discursive and "discourse" has become aesthetic. That is the implosion of art and language. Theories and art works are thoroughly distinctive only insofar as first-order levels of observation (in the sense of cognitively active seeings, hearings etc.) are identified in logical and qualitative terms. Developments in the semantics of systems of communication - particularly in connection with self description in autopoietic systems - have led to an operational closure.

As a consequence, the paradigm of the work of art as the privileged constituent of "the exhibition" is no longer tenable: the world has become an exhibition, an exhibition which consists of observations. The conventional show, or exhibition, is no longer linked by necessity to the process of exhibiting. To exhibit something is simply to render it observable with a communicative purpose. The exhibition or show has, therefore, become a special case - a methodological site of the reflexively self-observing (second order) exposition of observations. Theories which develop a consciousness of their position in the course of a communicative process must necessarily pay attention to the way they are observed: they must be exhibited.

It is important that the installation ruptures the sense of theory as something authentically direct. Through this rupture an awareness of concreteness and artificiality together with contextuality is created; this facilitates the production of observations of a second order type. (Brecht's "V-effect" was aimed at something similar). The theoretical "presence" is diversified between author, work, interpretation and performance - which is itself diversified between sound and picture or image. In this connection, the playback method has been developed. This is not playback with a mimetic purpose, but a vocal performance of coarse texture which is experienced as a relatively autonomous redoubling of the putative "original". The appropriate locations for theory installations are where art's objects and spaces tend to overlap and to merge with talk and other processes of human communication. They might be the merging of art sites, or bars and foyers, or be connected with such events as openings and symposiums.

C.M. 1997

 

PAUL MAKOWSKY "FREE" by Kunstsaele

19. – 31.08.2017

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Unser tägliches Wohlbefinden ist, ohne die Beziehungen, in denen wir uns befinden, nicht denkbar. Drastischer ausgedrückt: Ohne Austausch keine Existenz, sowohl physisch wie psychisch. Denken Sie nur an den Kreislauf der Sauerstoffproduktion. Von uns abgegebenes Kohlendioxid wird von den Pflanzen aufgenommen und in frischen Sauerstoff umgewandelt, der anschließend wieder für uns zur Verfügung steht.

Unser Überleben gründet sich auf Austausch und dieser ist kostbar. Mit der Verlagerung dieses Moments in den künstlerischen Raum verschiebt sich dieser Wert vom Praktischen ins Symbolische. Objekte, die auf einer weißen, quaderförmigen Box (FREE) platziert sind, stehen zur freien Verfügung, stellen eine universelle Form des Gebens dar.

Dabei gleicht kein Objekt dem Nächsten, sodass diese, über den Ausstellungsverlauf, in einer sich ständig verschiebenden Dynamik zueinander stehen. Beschenkten ist die Einschätzung über deren Vergleichs-Wert daher nicht direkt gegeben. Einzig die bedingungslose, großzügige Gabe ist gewiss.

Laut Definition bedeutet Großzügigkeit, einen Zug ins Große zu haben. Anders ließe sie sich als die Fähigkeit beschreiben, Raum zu schaffen, Platz zu geben, oder als die Möglichkeit zur Akzeptanz.  Warum sollte sich jemand zu diesem Handeln entscheiden? Um einen Austausch zu vollziehen? Um zu geben? Um liebenswert zu sein? Um auszubeuten? Vielleicht von allem ein bisschen, vielleicht von allem nichts.

Text von Robert Hausmann

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"In order for something to be handed over, a hand must extend, and a hand must receive."                    (Claudia Rankine)

Generosity, the act of being plentiful or large, why would one decide to employ this action? To be endearing? To consummate an exchange? To exploit or to give? How can the value of an exchange be qualified?

Through placing this gesture within the realms of an artistic institution, its inherent value shifts, rejecting the preciousness of the original, trading it within cultural and social reality. These objects placed on a rectangular white box (FREE) represent a universal form of giving, the mode will continue to be constant, this act of giving with no yearning or want of return. Yet the objects within the exhibition have a constant dynamic turn over, no one object is ever the same as the last, its customers have little to say over its cargo, only to know that a transaction of unwarranted giving will be completed.

Our own anthropological wellbeing cannot exist without exchange, extending from everyday goods to even oxygen and CO2. Our very survival revolves around exchange.

text by Hugo Wheeler

LECTURE BY IAN KIAER by Kunstsaele

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Datum: Samstag, 24. Juni 2017

Zeit: 18 Uhr

In Zusammenhang mit seiner aktuellen Einzelausstellung  "Endnote, tooth" (29. April – 28. Juni 2017) in der Galerie Barbara Wien, wird der britische Künstler Ian Kiaer, am Samstag, den 24. Juni 2017, in den Räumen der KUNSTSAELE Berlin über seine jüngsten Werke sprechen.

Ausgangspunkt seiner Arbeiten stellen meist utopische Ansätze aus Architektur, Philosophie und Kunst dar. Unter dem Titel "Endnote, tooth" präsentiert Kiaer neue Werke, die sich auf seine langjährige Beschäftigung mit Architekturprojekten von Frederick Kiesler (1890–1965) und Moshe Safdie (*1938) beziehen. Kiaers Installationen und Objekte aus Alltagsgegenständen, gefundenen Materialien, Modellen und Malereien können als eine offene Versuchsanordnung oder als das (vorläufige) Ergebnis einer Reihe von Assoziationen verstanden werden. 

In seinem Vortrag wird der Künstler in die Gedankenwelten Kieslers und Safdies einführen und über das Verhältnis zwischen Modell und Fragment, Malerei, minor form und dem Marginalen nachdenken. 

Der Vortrag wird auf Englisch gehalten.

 

Ian Kiaer, 1971 in London geboren, lebt und arbeitet zurzeit in London und Oxford. Er hatte zahlreiche internationale Einzelausstellungen, u.a. im Neubauer Collegium, Chicago (2016); im Henry Moore Institute, Leeds und in der Focal Point Gallery, Southend-on-Sea (beide 2014); im Centre International de l‘art et du Paysage, Vassivière (2013); im Aspen Art Museum (2012); im Kunstverein München (2010) und in der Galleria d‘Arte Moderna e Contemporanea, Turin (2008).

Darüber hinaus nahm Kiaer an Gruppenausstellungen teil, u.a. im frac île-de-france, Paris; im Mudam Luxembourg; in der Tate Modern und Tate Britain, London; im Hammer Museum, Los Angeles; in der Hayward Gallery, London; an der Biennale d‘Art contemporain, Rennes (2012); der Biennale de Lyon (2009); der Istanbul Bienniale (2007) und der Berlin Biennale (2006). Im November 2017 eröffnet im Musée d‘Art moderne de la Ville de Paris eine Einzelausstellung von Ian Kiaer.

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Date: Saturday, 24 June 2017

Time: 6 pm

In connection with Ian Kiaer’s current solo exhibition "Endnote, tooth" (29 April – 28 June 2017) at Galerie Barbara Wien, the British artist will give a lecture at the KUNSTSAELE Berlin on Saturday, 24 June 2017, at 6 pm.

Utopian approaches to architecture, literature, philosophy and art generally serve as the starting point for Ian Kiaer’s work. Under the title of "Endnote, tooth", Kiaer's exhibition shows new works arising from his long-standing preoccupation with the architectural projects of Frederick Kiesler (1890–1965) and Moshe Safdie (* 1938). Kiaer's installations and objects made from everyday items, found materials, models and paintings can be understood as open, experimental arrangements or the (preliminary) findings of a series of associations.

In his lecture, Kiaer will talk about certain aspects of Kiesler's and Safdie's thinking. He will also reflect on the model's relationship to the fragment, to painting, the minor form and the marginal. This will be set against the wider context of his work and past projects.

The lecture will be held in English.

Ian Kiaer, born in 1971 in London, currently lives and works in London and Oxford. He has had numerous international solo exhibitions at venues including the Neubauer Collegium, Chicago (2016); the Henry Moore Institute, Leeds and Focal Point Gallery, Southend-on-Sea (both 2014); Centre International de l‘art et du Paysage, Vassivière (2013); Aspen Art Museum (2012); Kunstverein München (2010); and Galleria d‘Arte Moderna e Contemporanea, Turin (2008).

Additionally, Kiaer has participated in group shows such as at frac île-de-france, Paris; Mudam Luxembourg; Tate Modern and Tate Britain, London; Hammer Museum, Los Angeles; Hayward Gallery, London; the Biennale d‘Art contemporain, Rennes (2012); the Biennale de Lyon (2009); the Istanbul Bienniale (2007); and the Berlin Biennale (2006). In November 2017, Ian Kiaer will open a solo exhibition at the Musée d‘Art moderne de la Ville de Paris.

Bild/Image: Ian Kiaer, Endnote, tooth (grey), 2017 – Installation view, Galerie Barbara Wien, Berlin 2017, Photo: Nick Ash, courtesy of Galerie Barbara Wien, Berlin

PRESERVATION by Kunstsaele

Datum: Donnerstag und Freitag, 23. & 24. März 2017

Zeit: ab 20:00

Die KUNSTSAELE präsentieren an zwei aufeinanderfolgenden Abenden eine dreiteilige, intermediale Performancereihe, die von der Choreographin Tarren Johnson initiiert wurde. Für "Preservation" entwickelt Johnson eine grundlegend offene Partitur aus Lyrik und Choreographie, die von Yuri Shimaoka vertanzt werden wird. Die musikalische Begleitung erfolgt von Forest Moody auf dem Klavier. In diesem Rahmen wird Winston Chmielinski einen Text performen, indem er auf eigene und gefundene Textpassagen reagiert und diese zugleich redigiert, während Mira O'Brien für die Dauer des Abends eine Installation präsentiert, die sich aus architektonischen und performativen Elementen zusammensetzt.

Wall and paper
With shadows
What to let rust

Die Partitur nähert sich schrittweise der unmöglichen Aufgabe an ephemere Kunstformen zu konservieren. Der Ablauf des Abends basiert auf einer Art 'Veranstaltungs-Partitur', die als Skript dazu dient, die von Johnson und ihren Kooperationspartnern entwickelten Kompositionen in eine übergeordnete Struktur einzugliedern.

Tarren Johnson ist eine Performancekünstlerin und Choreographin aus Los Angeles, die in Berlin lebt. Sie studierte Tanz und Choreographie am California Institute of the Arts. Forrest Moody ist Pianist und Komponist, mit einem Abschluss von der Eastman School of Music in Rochester, New York. Yuri Shimaoka ist eine in Berlin lebende Tänzerin, die Tanz an der Austrian Ballet School in Tokyo studiert hat. Winston Chmielinski ist ein in Berlin lebender Künstler, der mit Malerei, Philosophie und Literatur arbeitet. Mira O'Brien ist eine interdisziplinäre Künstlerin, mit dem Fokus auf installativer Kunst, Malerei und Performance. Sie studierte an der Yale University in New Haven, Connecticut. Ihre Arbeiten sind in internationalen Ausstellungen zu sehen.

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Date: Thursday and Friday, 23th & 24th March 2017

Time: 8pm

The KUNSTSAELE is pleased to present a three-part intermedia performance series over two days, arranged by choreographer Tarren Johnson. For "Preservation" Johnson extends an open form score of original poetry, to be danced by Yuri Shimaoka with piano accompaniment by Forrest Moody. Winston Chmielinski will perform a text by redacting and reacting to his own writing and found passages, as Mira O'Brien presents an architectural, performative installation throughout the evening.

Wall and paper
With shadows
What to let rust

The score becomes a small step toward solving the impossible task of preserving ephemeral art forms. The evening's proceedings are structured around an 'event score', developed by Johnson and her collaborators, which serves as a script for how the artists' compositions weave into a larger structure.

Tarren Johnson is a Berlin-based performance artist and choreographer from Los Angeles. She studied dance and choreography at the California Institute of the Arts. Forrest Moody is a pianist and composer. He holds a degree from the Eastman School of Music in Rochester, New York. Yuri Shimaoka is a dancer based in Berlin. She studied dance at the Austrian Ballet School in Tokyo. Winston Chmielinski is a Berlin-based artist with a background in painting, philosophy and creative writing. Mira O'Brien is a Berlin-based interdisciplinary artist with a focus on installation, painting and performance. She studied at Yale University in New Haven, Connecticut and has exhibited internationally.